Dental-Outcamp im ehemaligem Königreich Mustang
September-Oktober 2017

Das alte ehemalige Königreich Mustang im Norden Nepals sollte dieses Jahr das Ziel für einen humanitären Einsatz von meinem Bruder (auch Zahnarzt) und mir sein. Nach einer offiziellen Einladung des Klosteroberhauptes Khenpo Tensang Lama in sein buddhistisches Kloster starteten wir unseren Einsatz nach einem Jahr Planung in den Himalaya in das kleine Örtchen Kag Beni, im Kali Gandaki Tal.

Auf unserer Trekkingroute durch das Annapurna-Massiv nach Mustang überquerten wir den auf 5416 Höhenmeter gelegenen Thorung-La Pass. Da wir viele zahnärztliche Materialien wie z.B. eine transportable Bohrmaschine, chirurgische Instrumente, Füllungsinstrumentarium, Medikamente, Tupfer, Nahtmaterial, Handschuhe, etc. in unserem Gepäck hatten, begleiteten uns noch zwei nepalesische Träger. Jeder von uns trug einen Rucksack mit ca. 24 kg Gewicht.

Bevor wir aus Kathmandu aufbrachen besuchten wir unsere Patenschaftsschule, die Sapta Gandaki Boarding School. In dieser Schule lebt ein Patenkind von uns, deren Schulausbildung wir finanzieren. Dem Direktor Lama Sherpa übergaben wir, nach einem Rundgang durch seine Schule 850,- ¤ an Spendengeldern für den Ausbau der Klassenräume. Dieses Geld hatten mein Bruder und ich über Spenden unserer Praxispatienten gesammelt. Durch unsere persönliche Übergabe kam das gespendete Geld „eins zu eins“ ohne Abzüge in Nepal an.

Für unsere Wanderung in das Gebiet Mustang hatten wir Unmengen von Zahnbürsten in unseren Rucksäcken verpackt. Diese Idee hatte ich auf meinem letzten zahnmedizinischen Einsatz mit meiner Tochter Hannah in Sambia/Afrika. Immer wieder habe ich festgestellt, dass Kinder in den Dörfern, wenn sie Fremde sehen, nach „sweeties (Süßigkeiten)“ rufen. Also verteilten wir keine Süßigkeiten, sondern Zahnbürsten. Manchmal gab es dabei zunächst sehr erstaunte Gesichter, aber schnell änderte sich das Erstaunen in ein freundliches Lachen, wenn wir natürlich zu den Zahnbürsten auch noch eine Zahnputzdemo durchführten. Nicht selten kamen dann auch noch andere Kinder und Erwachsene dazu. Auch für uns war eine solche Zahnputzaufklärung mit einem Rucksack auf dem Rücken eine neue Herausforderung.

In Kag Beni angekommen, wurden wir schon im buddhistischem Kloster erwartet und von der Klosterküche mit dem traditionellen Dal Bhat (Reis-Linsengericht) bewirtet. Im Klosterhof versammelten sich anschließend alle jungen und älteren Mönche. Alle erhielten eine Zahnbürste und es folgte ein ausgeprägtes Zahnputztraining. Ein junger buddhistischer Mönch sprach gut Englisch und übersetzte für uns ins Nepalesische.

In einem Klosterraum errichteten wir unser Dental-Outcamp und begannen zu behandeln. So konnten wir in dieser Zeit vielen Schmerzpatienten helfen. Wir versorgten kariöse Zähne mit Füllungen, entfernten Zahnstein, extrahierten die zu stark kariösen Zähne und Wurzelreste.

Nachdem alle hilfesuchenden Patienten versorgt waren, übergaben wir zum Abschluss dem Kloster alle übrig gebliebenen Verbrauchsmaterialien und weitere Zahnbürsten. Zu guter Letzt überreichten wir dem Khenpo Tensang Lama Spendengelder (unserer Praxispatienten) in Höhe von 250,- ¤.

Nach dieser Mission im Kloster ging es wieder zurück Richtung Kathmandu. Unser Rückweg führte uns durch das Kali Gandaki Tal, dem tiefsten Tal der Welt, welches zu beiden Seiten durch fast 8000 Meter hohe Berge begrenzt wird. Selbstverständlich verteilten wir auf unserem Rückweg auch wieder viele Zahnbürsten.

Hier kam es dann auch zu unserem letzten, wenn auch nicht zahnärztlichen, Einsatz. Eine junge Bäuerin wurde von mehreren jungen Männern vom Berg in das Tal getragen, in der Hoffnung auf ärztliche Hilfe. Die Frau hatte sich vor Tagen beim Ernten mit einer Sichel das Bein verletzt und die entsprechende Wunde war nur notdürftig verbunden. Wir entfernten den verschmutzten Verband, säuberten die Wunde mit unserm Trinkwasser, legten eine desinfizierende Jodeinlage und verbanden die Wunde mit einem frischen sterilen Verband.
Und wie auf allen meinen Auslandseinsätzen, hatte ich viel Gepäck auf dem Hinweg im Rucksack, aber auf dem Rückweg war mein Gepäck mit den gesamten Eindrücken, mit den Erlebnissen und dem Feed-Back viel, viel größer.


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